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Elektrische Widerstandsmessung / VES in Reutlingen – Untergrundstruktur präzise erfassen

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Auf einem Hanggrundstück oberhalb der Echaz in Reutlingen standen die Bohrgeräte vor einem Problem: Der verwitterte Oberjura-Kalk ließ sich kaum durchörtern, und die Bauherren brauchten dringend Klarheit über die Tiefe der Felsoberkante für die Gründung eines Mehrfamilienhauses. In solchen Fällen setzen wir auf die Vertikale Elektrische Sondierung – ein Verfahren, das ohne mechanischen Eingriff die spezifischen Widerstände des Untergrunds misst. Gerade im Übergangsbereich zwischen den Auenlehmen der Echaz und den Kalksteinformationen der Schwäbischen Alb liefert die Widerstandsmessung zuverlässige Profile. Die Methode nutzt den Kontrast zwischen tonigen Deckschichten mit niedrigen Widerständen und dem hochohmigen Fels, um Schichtgrenzen auf den Meter genau zu kartieren.

Mit der VES erkennen wir in Reutlingen, ob unter dem Lehm in fünf oder in fünfzehn Metern Tiefe der tragfähige Kalk ansteht – ohne einen einzigen Meter zu bohren.

Methodik und Umfang

Die Anwendung der VES in Reutlingen folgt den Vorgaben der DIN 50929 sowie den Empfehlungen des Arbeitskreises Baugrundaufschlüsse der DGGT. Der Untergrund hier ist geprägt von den pleistozänen Fließerden und Verwitterungslehmen, die den anstehenden Weißjura-Kalk überlagern – eine Abfolge, die elektrisch extrem kontrastreich ist. Mit einer Schlumberger-Konfiguration erreichen wir Erkundungstiefen von über 50 Metern und können sowohl den Schichtaufbau als auch die Wasserführung im Kluftsystem des Karstgebirges abbilden. In der Praxis kombinieren wir die Sondierung bei komplexen Fragestellungen mit der CPT-Sondierung, wenn zusätzlich die mechanische Lagerungsdichte der Deckschichten zu bewerten ist. Die Auswertung der Widerstandskurven erfolgt durch Inversionsrechnung, wobei wir lokale Bohrlochdaten zur Kalibrierung heranziehen, um Fehlinterpretationen durch laterale Inhomogenitäten auszuschließen.
Elektrische Widerstandsmessung / VES in Reutlingen – Untergrundstruktur präzise erfassen
Technisches Referenzbild — Reutlingen

Lokaler geotechnischer Kontext

Ein klassischer Fehler in Reutlingen ist die Annahme, man könne aus einer einzigen Sondierung auf den gesamten Baufeld-Untergrund schließen. Im Karst der Schwäbischen Alb trifft das nicht zu. Die Widerstandskontraste können durch dolinenartige Eintiefungen der Felsoberkante oder durch tonig verfüllte Spalten extrem variieren. Wer hier nur punktuell erkundet, riskiert Fehlinterpretationen, die bei der Gründungsbemessung zu unerwarteten Setzungsdifferenzen führen. Wir legen die Messprofile deshalb immer als Kreuz- oder Fächersondierung an und gleichen die Ergebnisse mit vorhandenen geologischen Karten des LGRB ab. Bei Verdacht auf Subrosionsstrukturen empfehlen wir, die VES durch eine ergänzende seismische Refraktion zu validieren, um die laterale Kontinuität der Felsgrenze lückenlos nachzuweisen.

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Referenzparameter

ParameterTypischer Wert
MesskonfigurationSchlumberger, Wenner, Dipol-Dipol
Maximale Erkundungstiefe50–120 m bei AB/2 = 100 m
Messbereich Widerstand0,1 Ωm bis 50.000 Ωm
Typische Widerstände Ton/Lehm5–40 Ωm (Echaz-Aue)
Typische Widerstände Kalkstein300–3.000 Ωm (Weißjura)
Normative GrundlageDIN 50929, DGGT-Empfehlung Nr. 9
Dauer pro Sondierung30–60 min je nach Auslage

Verwandte Dienstleistungen

01

VES-Tiefensondierung

Klassische Schlumberger-Sondierung zur Ermittlung von Schichtgrenzen und Felsoberkante bis 100 m Tiefe. Kalibrierung an lokalen Bohrprofilen.

02

Kartierung Karsthohlräume

Geoelektrische Profilierung im Wenner-Array zur Detektion von Dolinen und Verkarstungsstrukturen im Weißjura-Kalk.

03

Hydrogeologische Sondierung

Ermittlung der Grundwasserleitergeometrie und Salz-/Süßwassergrenze in den quartären Talfüllungen der Echaz.

04

Korrosionsgutachten

Bewertung der Bodenaggressivität nach DIN 50929 anhand des spezifischen elektrischen Widerstands für erdverlegte Metallbauteile.

Maßgebliche Normen

DIN 50929 – Korrosionswahrscheinlichkeit metallischer Werkstoffe bei Außenkorrosion, DGGT-Empfehlung Nr. 9 – Geoelektrik und Baugrund, DIN 4020 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN EN 1997-2 – Eurocode 7: Erkundung und Untersuchung des Baugrunds

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine VES-Sondierung in Reutlingen?

Für eine Standard-VES mit Schlumberger-Konfiguration und einer Auslage bis AB/2 = 100 m liegen die Kosten in Reutlingen je nach Aufwand und Zugänglichkeit zwischen €600 und €970. Der Preis umfasst die Messung vor Ort, die Inversionsauswertung und einen schriftlichen Bericht mit Schichtprofil.

Wie tief kann eine elektrische Widerstandsmessung in den Kalkstein des Albvorlands eindringen?

Mit einer maximalen Auslage von AB/2 = 100 m erreichen wir in Reutlingen Erkundungstiefen von 50 bis 70 Metern. Die Eindringtiefe hängt vom Kontrastwiderstand ab: Der hochohmige Weißjura-Kalk ist ein idealer elektrischer Marker, sodass die Basis der Deckschichten auch bei großer Mächtigkeit sicher detektiert wird.

Kann die VES eine Bohrung vollständig ersetzen?

Nein, die VES liefert ein indirektes, geophysikalisches Modell. Für die geotechnische Bemessung nach DIN EN 1997-2 ist eine Kalibrierung an mindestens einer direkten Aufschlussbohrung erforderlich. Die Kombination aus VES und Bohrung ist in Reutlingen der wirtschaftlichste Weg, um ein belastbares Baugrundmodell zu erstellen.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Reutlingen und Umgebung.

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