In Reutlingen sehen wir regelmäßig, dass Bauherren die geologischen Wechsel an der Echaz unterschätzen. Zwischen Achalm und Georgenberg liegen unter wenigen Metern Auelehm plötzlich stark verwitterte Mergelsteine des Oberen Muschelkalks, die bei Wasserzutritt rasch aufweichen. Unsere geotechnische Bemessung tiefer Baugruben setzt genau dort an: Wir kombinieren Erkundungsbohrungen mit Laborversuchen nach DIN EN ISO 17892, um den wirklich anstehenden Baugrund zu charakterisieren. Für die rund 117.000 Einwohner zählende Stadt am Fuße der Schwäbischen Alb bedeutet das eine standfeste und wirtschaftliche Lösung, egal ob es um eine Tiefgarage in der Innenstadt oder eine Baugrube am Hang des Scheibengipfels geht. Ergänzend zur Baugrubenbemessung prüfen wir mit der Korngrößenanalyse den Feinkornanteil, der über Drainierbarkeit und Auftriebsverhalten im Verbau entscheidet.
Der Baugrubenverbau in Reutlingen muss den raschen Wechsel von Auelehm zu Muschelkalk beherrschen – das geht nur mit einer geotechnischen Bemessung, die Schicht für Schicht durchrechnet.
Lokaler geotechnischer Kontext
Nach DIN EN 1997-1 in Verbindung mit DIN 1054 ist für jede tiefe Baugrube in Reutlingen ein geotechnischer Entwurfsbericht erforderlich, sobald die Aushubtiefe 3,00 m überschreitet oder Grundwasser angeschnitten wird. Der Echaz-Pegel kann nach Starkregen innerhalb weniger Stunden um 1,20 m ansteigen; eine Baugrube ohne Auftriebssicherung läuft dann voll und die Sohle bricht ein. In den tonigen Verwitterungszonen des Mittleren Muschelkalks entstehen zudem Gleitflächen, sobald das Stützkorn durch Erschütterungen aus dem benachbarten Straßenverkehr umgelagert wird. Wir legen deshalb für jede Bemessung tiefer Baugruben einen Grenzzustand GEO-2 nach EC7 mit Teilsicherheitsbeiwerten an und weisen die Böschungs- und Sohlstandsicherheit rechnerisch nach. Für Baugruben, die länger als sechs Wochen offen stehen, fordern wir ein Monitoring mit inklinometrischer Überwachung; in Reutlingen haben wir damit schon mehrere Verbrüche frühzeitig erkannt.
Maßgebliche Normen
DIN EN 1997-1:2014-03 (Eurocode 7 – Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik), DIN 1054:2010-12 (Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau), DIN 4124:2012-01 (Baugruben und Gräben – Böschungen, Verbau, Arbeitsraumbreiten), DIN EN ISO 17892-Reihe (Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche an Bodenproben)
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine geotechnische Bemessung für eine tiefe Baugrube in Reutlingen?
Die Kosten für eine geotechnische Bemessung tiefer Baugruben in Reutlingen liegen je nach Umfang zwischen €1.810 und €8.460. Eine reine Standsicherheitsberechnung für eine kleine Baugrube (bis 4 m Tiefe, einfacher Baugrund) ist am unteren Ende angesiedelt, während eine vollständige FEM-Simulation mit mehreren Bauzuständen, Laborversuchen und Monitoringplan im oberen Bereich liegt. Wir erstellen Ihnen nach einer kurzen Projektsichtung ein verbindliches Angebot.
Welche Baugrundaufschlüsse brauchen Sie für die Bemessung?
Wir benötigen in der Regel mindestens zwei Kernbohrungen nach DIN EN ISO 22475-1, die 3 m unter die geplante Baugrubensohle reichen, sowie schwere Rammsondierungen (DPH) zur Ermittlung der Lagerungsdichte. In Reutlingen ergänzen wir bei Verdacht auf Hohlräume im Muschelkalk zusätzlich ein geophysikalisches Profil. Die Proben werden in unserem Labor nach DIN EN ISO 17892 klassifiziert und scherversuchstechnisch geprüft.
Ab welcher Aushubtiefe ist eine Bemessung nach EC7 Pflicht?
Nach DIN 4124 in Verbindung mit EC7 ist für jede Baugrube ab 3,00 m Tiefe ein geotechnischer Entwurfsbericht vorgeschrieben. In Reutlingen gilt diese Grenze aufgrund des hoch anstehenden Grundwassers an der Echaz und der oft setzungsempfindlichen Altstadtbebauung faktisch schon ab 2,50 m Tiefe. Bei geringeren Tiefen ist mindestens ein Standsicherheitsnachweis für die Böschung zu führen.
Wie lange dauert die Bearbeitung einer Baugrubenbemessung?
Für eine typische innerstädtische Baugrube in Reutlingen rechnen Sie bitte mit drei bis vier Wochen Bearbeitungszeit, sobald die Baugrunderkundung abgeschlossen ist und alle Laborergebnisse vorliegen. Die reine Berechnungs- und Modellierungsphase nimmt etwa zwei Wochen in Anspruch, der Bericht mit allen Anlagen eine weitere Woche. Bei eiligen Projekten bieten wir eine Expressbearbeitung innerhalb von zehn Werktagen an.