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Triaxialversuch in Reutlingen: Bodenfestigkeit präzise ermitteln

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Die dreiachsige Belastung in der Zelle beginnt mit dem präzisen Einbau des Probekörpers zwischen porösen Filtersteinen. In Reutlingen setzen wir dafür eine servohydraulische Triaxialanlage ein, die Seitendrücke bis 2 MPa konstant regelt und den Porenwasserdruck über elektronische Aufnehmer erfasst. Der Zylinder füllt sich mit entlüftetem Wasser, die Membran spannt sich gleichmäßig um den Probenmantel. Während der Abscherphase – meist weggesteuert mit 0,01 mm/min – zeichnet der Datalogger Axialkraft, Stempelweg und Volumenänderung synchron auf. Diese Parameter liefern die Grundlage für konsolidierte undränierte oder dränierte Scherversuche, Korngrößenanalysen ergänzen das Bild der Materialeigenschaften. Der Messaufbau erlaubt es, Versagenszustände zu durchfahren und Restscherfestigkeiten zu dokumentieren, bevor die Probe entnommen und der Bruchkörper fotografisch dokumentiert wird.

Die Triaxialzelle liefert den Spannungspfad, den ein Einfach-Schergerät nie abbilden kann – entscheidend für jede Böschung am Albtrauf.

Methodik und Umfang

Die quartären Talfüllungen entlang der Echaz im Bereich Betzingen unterscheiden sich grundlegend von den residualen Ton- und Schluffsteinböden am Albtrauf oberhalb von Gönningen. In der Talsohle herrschen locker gelagerte Auenlehme mit organischen Anteilen vor, die im Triaxialversuch eine ausgeprägte Kontraktanz und geringe effektive Reibungswinkel um 22° bis 26° zeigen. Die Hanglehme dagegen reagieren dilatant, bauen negative Porenwasserdrücke auf und erreichen Spitzenreibungswinkel bis 34°. Noch extremer werden die Unterschiede, wenn eingelagerte Kalksteinbänke des Oberen Muschelkalks anstehen – dort dominieren hohe Steifigkeiten und sprödes Bruchverhalten. Wer die Scherfestigkeit korrekt interpretieren will, muss diese lithologische Bandbreite kennen. Entsprechend kombinieren wir den Versuch häufig mit einer Sondierung per CPT im Vorfeld, um den Schichtaufbau zu kalibrieren und die Entnahmestellen für ungestörte Bohrkerne gezielt festzulegen.
Triaxialversuch in Reutlingen: Bodenfestigkeit präzise ermitteln
Technisches Referenzbild — Reutlingen

Lokaler geotechnischer Kontext

Auf 382 m ü. NHN liegt Reutlingens Altstadt – aber die Hanglagen der Achalm erreichen über 700 m. Dieser Höhenunterschied von gut 300 m erzeugt im anstehenden Keuper und Schwarzjura permanente Hangwasserdrücke, die ohne zuverlässige effektive Scherparameter kaum zu bewerten sind. Ein undränierter Triaxialversuch an gesättigten Tonsteinen zeigt oft Cu-Werte unter 40 kPa, während drainierte Tests an derselben Formation c’-Werte nahe Null und Reibungswinkel um 28° liefern. Verwechselt man die Versagensmodi, liegt die rechnerische Standsicherheit um Faktor 1,5 daneben. Die Hangrutsche von 2013 am Georgenberg haben dokumentiert, wie schnell residuale Festigkeiten nach Starkregen wirksam werden. Der Triaxialversuch ist das einzige Laborverfahren, das diesen Übergang vom Peak zum Residualwert messtechnisch sauber abbildet – und damit für jede Neubebauung oberhalb der B 28 unverzichtbar bleibt.

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Referenzparameter

ParameterTypischer Wert
PrüfnormDIN 18137-2 (konsolidiert, dräniert / undräniert)
Probendurchmesser50 mm, 100 mm oder 150 mm (je nach Größtkorn)
Maximaler Zellendruck2,0 MPa (entspricht ca. 200 m Überlagerung)
SättigungsverfahrenBack-Pressure-Methode mit B-Wert-Kontrolle (> 0,95)
Schergeschwindigkeit (CD)0,004 bis 0,02 mm/min (kornabstufungsabhängig)
BerichtsumfangSpannungs-Dehnungsdiagramm, Mohr-Coulomb-Hüllkurve, Porenwasserdruckpfad
ProbenvorbereitungUngestörte Sonderprobe aus Liner oder Kernkiste, DIN 4021

Verwandte Dienstleistungen

01

CD- und CU-Triaxialversuche mit Porenwasserdruckmessung

Konsolidierte, dränierte (CD) und undränierte (CU) Triaxialversuche nach DIN 18137-2. Drei Zellen gleichzeitig im Einsatz, um isotrop konsolidierte Spannungszustände mit Back-Pressure-Sättigung zu erreichen. Ausgabe von deviatorischen Spannungs-Dehnungskurven, effektiven Spannungspfaden und Mohr-Coulomb-Parametern (φ’, c’ sowie φu, cu). Besonders geeignet für bindige Böden aus dem Gipskeuper und Auenlehm der Echaz.

02

Scherfestigkeitsindex über Rahmenscherversuch

Wenn der Triaxialversuch aus Zeit- oder Budgetgründen nicht möglich ist, führen wir direkte Scherversuche (DIN 18137-3) als konsolidiert-dränierte Alternative durch. Geeignet für rollige Böden und stark vorbelastete Tone. Liefert Restscherfestigkeiten für die Beurteilung alter Rutschflächen im Bereich der Tübinger Straße und der südlichen Hanglagen.

Maßgebliche Normen

DIN 18137-2: Baugrund, Versuche und Versuchsgeräte – Bestimmung der Scherfestigkeit (Triaxialversuch), DIN EN ISO 17892-9: Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche an Bodenproben – Konsolidierte triaxiale Kompressionsversuche, DIN 4021: Baugrund – Aufschluss durch Schürfe und Bohrungen sowie Probenahme, Eurocode 7 (DIN EN 1997-1:2009): Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik, DIN 1054: Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau

Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein Triaxialversuch in Reutlingen?

Der Preis für einen konsolidierten Triaxialversuch (CD oder CU) an drei Prüfkörpern liegt je nach Probenzustand und Sättigungsaufwand zwischen €1.670 und €2.570. Enthalten sind Probenvorbereitung, Back-Pressure-Sättigung, drei Abscherstufen und der vollständige Bericht mit Mohr-Coulomb-Hüllkurve. Bei stark geklüfteten Tonsteinen aus dem Keuper können zusätzliche Kosten für die sorgfältige Probenpräparation anfallen.

Welche Bodenarten aus Reutlingen eignen sich für den Triaxialversuch?

Grundsätzlich alle bindigen und gemischtkörnigen Böden, aus denen sich ungestörte Zylinderproben (Durchmesser mindestens 50 mm) gewinnen lassen. In Reutlingen betrifft das vor allem die Ton- und Schluffsteine des Gipskeupers, die Auenlehme entlang der Echaz und residuale Verwitterungsböden am Albtrauf. Reine Kiese der Echaz-Terrassen sind wegen der fehlenden Kohäsion ungeeignet – hier greifen wir auf den Rahmenscherversuch oder In-situ-Versuche zurück.

Warum reicht ein einfacher Scherversuch oft nicht aus?

Der Rahmenscherversuch zwingt der Probe eine horizontale Bruchfuge auf, während der Triaxialversuch das natürliche Versagen entlang der schwächsten Fläche zulässt. Zusätzlich erfasst die Triaxialzelle den Porenwasserdruck – bei gesättigten Tonen der entscheidende Parameter für effektive Spannungen. Für Hangstabilitäten oberhalb der B 28 oder tiefe Baugruben im Stadtgebiet ist diese Information unverzichtbar.

Wie lange dauert ein konsolidierter Triaxialversuch?

Ein CD-Versuch an drei Proben benötigt in der Regel 8 bis 12 Arbeitstage, abhängig von der Durchlässigkeit des Bodens. Die reine Scherphase dauert oft nur Stunden, aber die vorgeschaltete Konsolidation unter Back-Pressure kann bei tonigen Proben aus dem Keuper mehrere Tage beanspruchen. CU-Versuche sind etwas schneller, da die Dränage während des Abscherens gesperrt bleibt. Der Prüfbericht folgt innerhalb einer Woche nach Versuchsende.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Reutlingen und Umgebung.

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