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Schürfgrube (Sondierbohrung) in Reutlingen: Bodenaufschluss am Albrand

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Der Wechsel von verwitterten Tonsteinen des Gipskeupers zu quartären Hangschuttdecken prägt den Baugrund in Reutlingen. Am Fuß der Achalm, wo die Stadt auf 382 Metern Höhe liegt, reichen einfache Rammkernbohrungen oft nicht aus. Die Schürfgrube liefert hier den entscheidenden Einblick. Ein Verfahren, das den ungestörten Bodenkörper freilegt. Unser geotechnisches Team führt den Aufschluss nach DIN 4124 aus. Wir dokumentieren Schichtgrenzen, Kluftflächen und Wasserzutritte direkt im Feld. In den steilen Hanglagen von Gönningen oder Bronnweiler, wo Hanglehm über Kalkstein lagert, ergänzen wir die Grubenaufnahme mit dem CPT-Versuch für einen tiefenorientierten Eindringwiderstand, bevor das Gründungsgutachten erstellt wird. Nur so lassen sich die komplexen Verwitterungsprofile des Lias sicher beurteilen, die für Überraschungen beim Aushub bekannt sind.

Eine Schürfgrube am Albrand ersetzt keine 30 Sondierungen – aber sie liefert die entscheidenden vier Quadratmeter Wahrheit für das Baugrundmodell.

Methodik und Umfang

Die Bodenverhältnisse im Stadtgebiet Reutlingen variieren auf kurzer Distanz. Im Echaztal dominieren junge Flusskiese und Auelehme. Eine Schürfgrube zeigt dort meist einen gut tragfähigen Kieshorizont ab zwei Meter Tiefe. Anders in Orschel-Hagen: Hier stehen residuale Tonsteine an, die bei Wasserzutritt schnell aufweichen. Der direkte Zugang über die Grube erlaubt eine präzise Entnahme von Blockproben der Güteklasse 1. Diese Proben untersuchen wir anschließend im akkreditierten Labor mittels Triaxialversuch und Korngrößenanalyse nach DIN EN ISO 17892. Die Grubenwand selbst wird mit dem Taschenpenetrometer angesprochen. Liegt der Bohransatzpunkt in einem ehemaligen Obstwiesengelände, prüft der Gutachter zudem die Mächtigkeit des künstlich veränderten Oberbodens. Eine Information, die für den späteren Baugrubenverbau und die Einstufung nach LAGA entscheidend ist.
Schürfgrube (Sondierbohrung) in Reutlingen: Bodenaufschluss am Albrand
Technisches Referenzbild — Reutlingen

Lokaler geotechnischer Kontext

Ein klassischer Fehler in Reutlingen ist die Annahme, der Fels stehe flächendeckend oberflächennah an. In den Hangbereichen des Georgenbergs trifft der Bagger oft auf meterdicke, verlehmte Schuttlagen, bevor der Kalkfels erreicht wird. Wird die Gründung nur auf Basis von schweren Rammsondierungen geplant, bleibt diese Wechsellagerung unerkannt. Die Schürfgrube deckt solche Inhomogenitäten auf. Der Ingenieur sieht die wahre Lagerungsdichte und erkennt eingelagerte Blöcke, die eine Pfahlgründung behindern könnten. Ein zweites Risiko sind die Sulfatgesteine des Gipskeupers im Untergrund südlicher Stadtteile. Ohne einen Aufschluss per Grube, der eine detaillierte petrografische Ansprache der Schichtflächen erlaubt, kann das Betonaggressivitätspotenzial nicht zuverlässig bewertet werden. Die Folge wäre ein nicht dauerhafter Beton.

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Referenzparameter

ParameterTypischer Wert
Erkundungstiefe (Standard)3,0 m bis 4,5 m
Grubenquerschnitt1,5 m x 1,5 m
Probengüte1 (ungestört)
Normative Grundlage SicherungDIN 4124
Laborversuche BodenDIN EN ISO 17892
Aggressivität BetonDIN EN 206-1
Ansprache FelsDIN EN ISO 14689

Verwandte Dienstleistungen

01

Baugrubenaufnahme nach DIN 4124

Fachtechnische Aufnahme und zeichnerische Dokumentation der Grubensohle und -wände. Ansprache von Kluftkörpern, Trennflächen und Verwitterungsgrad direkt am Aufschluss.

02

Blockprobenentnahme Güteklasse 1

Entnahme ungestörter Bodenproben aus bindigen und felsigen Schichten. Transport in klimatisierten Boxen zur Bestimmung der Scherparameter.

03

Sulfatgesteinsansprache

Geologische Kartierung von Gipskeuperschichten zur Bewertung des Sulfatangriffs auf Beton nach DIN EN 206. Speziell für Gründungen in exponierten Lagen.

04

Baugrubensicherheitsinspektion

Prüfung der Standsicherheit von senkrechten Grubenwänden in wechsellagernden Böden. Messung der Winkel von Trennflächen im Raum Reutlingen.

Maßgebliche Normen

DIN 4124: Baugruben und Gräben, DIN EN ISO 17892: Geotechnische Erkundung und Untersuchung - Laborversuche, DIN EN 206: Beton - Festlegung, Eigenschaften, DIN EN ISO 14689: Benennung und Beschreibung von Fels, LAGA M20: Anforderungen an die stoffliche Verwertung

Häufig gestellte Fragen

Ab welcher Tiefe ist eine Schürfgrube in Reutlingen wirtschaftlicher als eine Bohrung?

Bis zu einer Tiefe von etwa 4,5 Metern ist die Schürfgrube in den Standfestigkeitsklassen der Reutlinger Böden das wirtschaftlichere Verfahren. Sie liefert einen flächigen Aufschluss. Bei größeren Tiefen übernimmt die maschinelle Kernbohrung. Der Vorteil der Grube liegt im direkten Zugang für eine genaue Schichtansprache, den keine Bohrung bietet.

Welche Kosten entstehen für eine Schürfgrube im Raum Reutlingen?

Die Kosten für eine Schürfgrube liegen je nach Tiefe und Zufahrtsmöglichkeit zwischen 520 und 720 Euro. In diesem Betrag sind die Baggerstellung, die fachtechnische Aufnahme der Grubenwände durch unseren Geotechniker sowie die Entnahme von gestörten Proben enthalten.

Wann ist eine Schürfgrube einer Rammsondierung vorzuziehen?

Immer dann, wenn der Boden eine heterogene Struktur aufweist. In den Hanglagen Reutlingens mit Wechsellagerungen aus Tonstein und Kalkstein zeigt nur die Grubenwand den wahren Verband. Eine Rammsondierung mittelt den Eindringwiderstand. Die Grube zeigt dagegen den konkreten Trennflächenabstand und die Klüftigkeit. Auch für die Entnahme von ungestörten Blockproben für den Triaxialversuch ist sie unverzichtbar.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Reutlingen und Umgebung.

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