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Atterberg-Grenzen in Reutlingen: Bindige Böden präzise bewerten

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Das Casagrande-Gerät wird mit einer definierten Drehzahl in Gang gesetzt, während die feuchte Probe in der Messingschale langsam auseinanderfließt. In Reutlingen, wo der Keuperton und die Verwitterungslehme des Albtraufs den Baugrund prägen, ist dieser simple Handgriff entscheidend. Das Labor im Gewerbegebiet Betzingen nutzt diese genormte Apparatur, um die Fließgrenze nach DIN EN ISO 17892-12 zu ermitteln. Ergänzt wird das Verfahren durch das manuelle Ausrollen der Bodenwürstchen zur Bestimmung der Ausrollgrenze. Die händische Prüfung ersetzt keine Maschine, aber sie verlangt Erfahrung im Umgang mit den lokalen Tonen. Wer in der Echaz-Aue oder am Hangfuß der Achalm baut, braucht keine pauschalen Werte, sondern die exakte Plastizitätszahl, die die Atterberg-Grenzen liefern. Für eine erste Einschätzung der Konsistenz bindiger Schichten kombinieren wir die Laborwerte oft mit einer Sondierung mittels SPT-Bohrung, um die Lagerungsdichte im Feld zu validieren.

Die Plastizitätszahl definiert, ob ein Reutlinger Ton als schwer oder leicht plastisch gilt – und entscheidet damit über die Gründungsstrategie.

Methodik und Umfang

Zwischen dem schweren Ton am Markwasen und den sandigen Lehmen in Altenburg liegen Welten, was die Plastizität betrifft. Die Atterberg-Grenzen machen diesen Unterschied messbar: Während ein Boden mit einer Plastizitätszahl über 20 Prozent stark quellfähig ist und bei Austrocknung schrumpft, zeigt eine niedrige Zahl unter 7 Prozent ein gutartiges Verhalten. In Reutlingen liefern die Keuper- und Juraschichten regelmäßig mittelplastische Tone mit Ausrollgrenzen um 18 Prozent. Der Vergleich zwischen verschiedenen Baufeldern wird erst durch diese Kennwerte objektiv. Die Prüfung erfolgt an gestörten Proben, die aus dem Aushub oder einer Schürfgrube entnommen werden. Im Labor wird dann die Zustandsform von breiig bis halbfest klassifiziert. Ergänzend hilft eine Korngrößenanalyse, um den Feinkornanteil zu quantifizieren und die Plastizitätseinstufung abzusichern.
Atterberg-Grenzen in Reutlingen: Bindige Böden präzise bewerten
Technisches Referenzbild — Reutlingen

Lokaler geotechnischer Kontext

Ein klassischer Fehler in der Region Reutlingen ist die Annahme, dass die steifen Verwitterungstone am Albtrauf das ganze Jahr über tragfähig bleiben. Im Frühjahr oder nach Starkregen verwandeln sich diese bindigen Böden in eine weiche, plastische Masse. Ein Bauunternehmer, der auf dem Pfullinger Berg eine Bodenplatte ohne Berücksichtigung der Atterberg-Grenzen errichtet, riskiert Setzungen, sobald der Tongehalt Wasser zieht. Die kritische Konsistenzzahl sinkt dann unter 0,75, und der Boden verliert seine Steifigkeit. Das Problem zeigt sich oft erst Monate nach der Rohbauabnahme. Für Hanglagen, in denen solche Konsistenzwechsel auftreten, ist die Analyse der Böschungsstabilität unverzichtbar, um langfristige Sicherheit zu gewährleisten.

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Referenzparameter

ParameterTypischer Wert
PrüfnormDIN EN ISO 17892-12:2018
Fließgrenze (wL)Casagrande-Verfahren, 40 Schläge/10 mm
Ausrollgrenze (wP)Manuell, 3-mm-Würstchen
Plastizitätszahl (IP)wL - wP [%]
Konsistenzzahl (IC)(wL - w) / IP
Liquiditätsindex (IL)(w - wP) / IP
Zustandsformbreiig bis fest
Probentypgestörte Probe aus Aushub

Verwandte Dienstleistungen

01

Probenahme vor Ort in Reutlingen

Entnahme gestörter Bodenproben aus dem Aushub oder aus Baggerschürfen. Wir decken das gesamte Stadtgebiet ab, von der Innenstadt bis nach Sondelfingen.

02

Laborbestimmung der Konsistenzgrenzen

Ermittlung von Fließgrenze und Ausrollgrenze nach DIN EN ISO 17892-12. Inklusive Bestimmung der Plastizitätszahl und Klassifikation nach DIN 18196.

03

Geotechnische Bewertung

Interpretation der Ergebnisse für die Gründungsberatung. Einschätzung der Frostempfindlichkeit und des Quellverhaltens der Reutlinger Tone.

Maßgebliche Normen

DIN EN ISO 17892-12:2018 – Geotechnische Erkundung, Laborversuche an Bodenproben, Bestimmung der Fließ- und Ausrollgrenze, DIN 4022-1 – Benennung und Beschreibung von Boden und Fels, DIN 18196 – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke

Häufig gestellte Fragen

Was kosten die Atterberg-Versuche für ein Einfamilienhaus in Reutlingen?

Für ein typisches Einfamilienhausprojekt in Reutlingen liegen die Kosten für die Bestimmung der Atterberg-Grenzen inklusive Probenahme bei etwa €60 bis €90 pro Probe, abhängig von der Anzahl der untersuchten Schichten.

Warum sind die Atterberg-Grenzen für meinen Baugrund in Reutlingen wichtig?

Die Atterberg-Grenzen klassifizieren die Plastizität der bindigen Böden. In Reutlingen treten häufig Keupertone auf, die bei Wasserzutritt quellen. Die Konsistenzzahl hilft, das Setzungsrisiko und die Frostempfindlichkeit des Untergrunds abzuschätzen.

Wie lange dauert die Prüfung der Atterberg-Grenzen?

Die reine Laborprüfung dauert etwa zwei bis drei Werktage. Mit der Probenahme und der Erstellung des Kurzberichts sollten Sie in Reutlingen mit einer Woche Bearbeitungszeit rechnen.

Kann ich die Bodenproben für die Atterberg-Grenzen selbst entnehmen?

Grundsätzlich ja, sofern es sich um gestörte Proben handelt. Allerdings empfehlen wir eine fachgerechte Entnahme durch unser Personal, da die Qualität der Probe entscheidend für die Genauigkeit der Fließgrenze ist.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Reutlingen und Umgebung. Mehr Info.

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